Ehre den Sabbath
Gott gab Moss die zehn Gebote. Das vierte Gebot lautet: Du sollst den Sabbat heiligen. Wieviel Bedeutung hat der Sabbat heute noch und warum gab Gott überhaupt dieses Gebot auf?
4/28/20265 min lesen
Als ich frisch Vater vom dritten Kind wurde, fand ich mich in einer unschönen Situation. Zum einen wollte ich meine Familie versorgen. Dafür musste ich arbeiten. Die Arbeit in meinem normalen Job würde sicherlich nicht ausreichen, um uns irgendwann mal den Traum eines Hauses zu verwirklichen. Meine Optionen: Mehr arbeiten, meinem Chef beweisen, dass ich mehr Lohn verdient habe, einen Zweitjob beginnen. Oder Kündigen und einen besser verdienenden Job finden. Dafür würde ich sicherlich mehr Zeit für die Arbeit aufwenden müssen. Zeit, die ich doch gar nicht habe weil ich doch noch Zeit mit meiner Familie verbringen will. Und eigentlich müsste ich doch noch Zeit mit meiner Frau haben und irgendwann möchte ich doch auch noch Zeit für mich selbst haben? Wann hätte ich da noch Platz um stille Zeit, Zeit mit dem Herrn, einzubauen?
Ich verspürte eine Unruhe in mir. All meine Energie war verstreut in jeden Bereich meines Lebens und nirgendwo konnte ich diese Energie wieder auftanken. Ich fühlte mich, als würde ich schwimmen in einem Meer von Stress, Unsicherheit und Verantwortung, doch nichts davon konnte ich in den Griff kriegen. Diese Unruhe wurde mit jeder Woche grösser und bald fühlte ich mich, als könnte ich nicht länger. Ich musste raus. Ich musste mich befreien von dieser Rastlosigkeit. Ich brauchte einen Notstop.
Glücklicherweise kam bei mir so ein Notstop. Meine wunderbare Frau meldete mich an bei einem Charakterwochenende organisiert von 4M. Die Reise führte mich nach Schottland. Ziel dieser Reise? Das war für mich anfangs noch unklar. Kurz vor Beginn der Reise kamen in mir Zweifel auf. Ist das wirklich eine gute Idee? Es kostet trotzdem Geld. Ich kenne ja niemanden dort! Dort angekommen durfte ich schnell merken, dass all diese rund hundert Männer sich ähnlich fühlten. Sie hatten vielleicht nicht die gleichen Zweifel wie ich, aber sie alle beschäftigte etwas in ihrem Leben, worauf sie sich entschieden haben, dieses Charakterwochenende in Angriff zu nehmen.
Nun war ich in der Wildnis Schottlands, mit nicht mehr als einem Rucksack gepackt mit Kleidung, Zelt und Verpflegung für drei Tage. Ich hatte keine Ahnung was auf mich zukommen würde. Wäre ich jetzt nicht besser Zuhause bei meiner Frau und Kinder? Wie konnte ich sie einfach so alleine lassen? Ich würde um dieselbe Zeit im Bett liegen und schlafen, stattdessen wanderte ich im Dunkeln umher und wusste nicht, wie lange wir laufen mussten. Aber der Herr wollte mich genau dort. Ich war abgeschirmt von allem anderen. Kein Handy. Keine Uhr. Keine Agenda.
Was ich an diesem Wochenende erleben durfte rührt mich jetzt, knapp ein Jahr später, noch zu Gänsehaut. Was genau wir alles dort in Schottland taten, will ich nicht mehr verraten. Jedem, in dem dieser kurze Beschrieb das Interesse weckte, kann ich nur wärmstens empfehlen, sich bei einem Charakterwochenende anzumelden.
Etwas, von den vielen Dingen, das mir geblieben ist, ist dieses Zurücktreten in eine Ruhe. Ein Abschalten vom Alltag und Arbeit. Es ist nichts Neues. Keine bahnbrechende Idee. In Wirklichkeit wird schon in der Bibel solch ein Innehalten beschrieben. Es ist sogar eines der Zehn Gebote. Ich spreche über den Sabbat. Der Sabbat, oder auch Schabbat ist der siebte Tag in der Woche, an dem man Ruhen soll und innehalten. So steht zum Beispiel im 2. Mose 20:8-11 (HFA):
„Denke an den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem Herrn, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, weder du noch deine Kinder, weder dein Knecht noch deine Magd, auch nicht deine Tiere oder der Fremde, der bei dir lebt. Denn in sechs Tagen habe ich, der Herr, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.“
Oder in Jesaja 58:13 (HFA):
„Achtet den Sabbat als einen Tag, der mir geweiht ist und an dem ihr keine Geschäfte abschließt! Er soll ein Feiertag für euch sein, auf den ihr euch freut. Entweiht ihn nicht durch eure Arbeit, durch Geschäfte oder leeres Geschwätz! Achtet ihn vielmehr als einen Tag, der mir, dem Herrn, gehört.“
Wie kann nun das in unserem Alltag aussehen? Es ist nicht gedacht, dass wir gar keine Art von Arbeit mehr errichten, wie zum Beispiel am Abend die Küche putzen, Kochen oder sogar die Wäsche waschen. Würde man den Sabbat so streng nehmen, könnten wir uns mit den Pharisäern zum Beispiel im Markusevangelium gleichstellen. Dort erklärt Jesus selbst noch einmal, für was genau der Sabbat gedacht ist. Es steht in Markus 2:23-27:
„An einem Sabbat ging Jesus mit seinen Jüngern durch die Getreidefelder. Unterwegs fingen die Jünger an, Ähren abzureißen und die Körner zu essen. Da beschwerten sich die Pharisäer bei Jesus: »Sieh dir das an! Was sie tun, ist am Sabbat doch gar nicht erlaubt!« Aber Jesus antwortete ihnen: »Habt ihr denn nie gelesen, was König David tat, als er und seine Männer in Not geraten waren und Hunger hatten? Damals – zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar – ging er in das Haus Gottes. Er aß mit seinen Männern von dem Brot, das Gott geweiht war und das nur die Priester essen durften.« Und Jesus fügte hinzu: »Der Sabbat wurde doch für den Menschen geschaffen und nicht der Mensch für den Sabbat.“
Der Sabbat wurde für den Menschen geschaffen, nicht der Mensch für den Sabbat. Gott war schon damals bewusst, wie wichtig es ist, Ruhezeit im Alltag einzubauen. Für mich ist ganz klar, wenn ich Freitagabends von der Arbeit nach Hause komme, kommt die Arbeit nicht mit ins Haus. Natürlich diene ich in der Kirche, natürlich helfe ich im Haushalt, aber ich gehe an einem Tag der Woche nicht meinen "Geschäften" nach. Das ist zum Wohle von mir selbst, meiner Frau und meinen Kinder. Wenn ich unter der Woche am Abend mit den Gedanken noch bei der Arbeit, meinem Blog oder sonst einem meiner Geschäfte bin, ist es das eine. Aber am Sabbat bin ich mit vollem Geiste bei mir zu Hause in der Familie. Zudem eröffnet es die Möglichkeit, meine Gedanken mehr dem Herrn zu widmen. Wie oft erwische ich mic, dass ich jeweils meine morgendliche Routine durchlaufe und plötzlich merke, dass ich zeitlich knapp bin, Ich verschiebe mein Gebet ins Auto, wo ich sowieso nicht voll konzentriert bin, manchmal fällt es ganz weg. So schnell geht es und eine ganze Woche ist vergangen, ohne dass ich jeweils den Tag in die Hände des Herrn gelegt habe. Der Sabbat ermöglicht einen Reset. Ich kann mich neu Sammeln.Wieder neues Momentum für die guten Gewohnheiten aufbauen. Und meine Konversation mit dem Herrn vertiefen.
Wenn du merkst, dass du auch eine Rastlosigkeit verspürst, ermutige ich dich: Führe bewusst den Sabbat ein. Vielleicht muss es auch mal ein ganzes Wochenende sein. Nimm dich zurück, fokussiere dich aufs Essenzielle. Fokussiere dich auf den Herrn!
Wie planst du deinen Sabbat? Wie hat er dir schon geholfen? Teile mir deine Erfahrungen mit! Oder hast du fragen bezüglich dem Sabbat? Schreib mir und ich setze mich in Verbindung!
© 2025. All rights reserved.


